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Sonntag, 8. September 2019
Höchstleistungen auf tiefem Boden
Die letzte Runde des EKZ Cup 2019 empfing die Mountainbiker mit Regen und Schlamm und sie kamen in Scharen. Über 400 Radsportlerinnen und Radsportler zwischen 4 und 55 Jahren pedalten am Fuss des Pfannenstiels über den Kurs. Die Gesamtwertung entschieden Marcel Wildhaber und Daniela Wäfler für sich. In der erstmal geführten Club-Wertung schwang der Aegeri Bike Club obenaus. 2020 findet der EKZ Cup mit den gleichen sechs Stationen und dem bewährten Rezept – «Nachwuchs first» – statt.

«Das ist richtiges Mountainbiken!», schwärmte ein schlammverspritzter Neunjähriger im Ziel. Seine Begeisterung teilten zwar nicht alle, aber die lachenden Gesichter überwogen, egal wie dick die Dreckschicht darüber war. Der Skiclub Egg hatte ganze Arbeit geleistet, um den über 400 Fahrerinnen und Fahrern eine attraktive Strecke zu bieten und dem Schlussrennen des EKZ Cup 2019 einen würdigen Abschluss zu bereiten.

Die Publikumslieblinge
Wie immer wurden die Anfeuerungsrufe lauter, je jünger die Fahrer auf der Strecke waren. Die Jüngsten durften auf ihrer Runde sogar das Festzelt passieren. Doch gerade bei den kleinsten Velos zeigte sich gnadenlos, weshalb sich in den letzten Jahren immer grössere Räder und dickere Reifen durchgesetzt haben. Vielen «Pfüderi» bliebt nichts anderes übrig, als ihr Bike durch den tiefen Schlamm zu schieben, einige stoisch, andere mit sichtlichem Missfallen. Aber ins Ziel kamen sie alle, der süsse Sportdrink und die Glückwünsche von Mami und Papi entschädigten für die Schwerarbeit und obendrein durften sich danach alle am Gabentisch etwas aussuchen.
Anzufügen ist, dass bis hinunter in die Kategorien der Jüngsten viele Kinder mit hervorragender Bike-Beherrschung auffielen, ob auf der Sprungrampe kurz vor dem Ziel oder in einer der vielen glitschigen Kurven.
Kaum war der letzte Knirps im Ziel, nahmen die Grossen die Strecke unter die Stollen. Hier war die Erfahrung mit tiefem Boden und rutschigen Kurven um ein Vielfaches grösser, für viele war es bloss ein Regenrennen mehr in ihrer langen Bike-Vita. Und so fuhren sie ihr Rennen, wie sie jedes in Angriff nehmen: Entschlossen, in den nächsten eineinhalb Stunden alles zu geben und das freundliche Messen mit dem Bike-Kollegen zu geniessen.

Wildhabers letzte Chance
Für einige Wenige ging es im letzten Rennen noch um den Gesamtsieg. Und einer wollte diesen unbedingt: Marcel Wildhaber. Der EKZ Cup in Egg würde sein letztes Mountainbike-Rennen als Elitefahrer sein, das hatte er schon länger entschieden. Und dieser Gesamtsieg fehlte ihm noch in seinem Palmarès. Es galt, Sven Olivetti, der Einzige, der ihn noch hätte überholen können, in Schach zu halten. Das gelang dem Galgener bis auf die letzte Runde gut. Erst dann konnte Olivetti die entscheidende Attacke setzen und sich an Wildhaber vorbeischieben.
Als Erster ins Ziel fuhr aber noch ein anderer: Luca Schätti hatte an diesem nasskalten Tag die besten Beine. «Marcel Wildhaber versuchte das Rennen schnell zu machen, aber ich merkte, dass er litt. Als ich in der zweiten Runde das Tempo erhöhte, ging gleich ein Loch auf und konnte in meinem Rhythmus den Sieg nachhause fahren.»Der dritte Tagesrang reichte Wildhaber aber für den Sieg in der Gesamtwertung. Und im Ziel strahlte keiner so breit wie der Routinier: «Heute hatte ich keine guten Beine und ich dachte unterwegs ein paarmal: Es ist gut, dass es jetz vorbei ist.»
Stärkste Frau der Saison war Daniela Wäfler, die zwar in diesem letzten Rennen Annika Liehner nicht folgen konnte, aber die letzten nötigen Punkte souverän einfuhr. «Ich musste ja nur ins Ziel kommen, um den Gesamtsieg zu sichern. Aber bei diesem Wetter war es doch ganz schön hart. Nach einer anstrengenden Saison, in der ich nicht so viel trainieren konnte, ist es umso schöner, den Gesamtsieg zu holen.»

Die Erfolgsserie hält an
Zum ersten Mal wurde am EKZ Cup auch eine Team-Wertung geführt. Diese entschied der Aegeri Bike Club in überlegener Manier für sich. Die Zuger gewannen die Team-Wertung an jedem der sechs Rennen. Schwändi, Wetzikon, Hittnau, Eschenbach, Uster und Egg werden auch 2020 die Stationen des EKZ Cup sein. OK-Chef Heiri Disch resümiert: «Es war eine erfolgreiche Saision, die Kids kamen, die Felder waren gross. Mit diesem Konzept machen wir in der nächsten Saison weiter.» Eines hat Egg gezeigt: Wie das Wetter dann auch sein wird, die Mountainbiker werden bereit sein.