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Sonntag, 27. Mai 2018
Tempo bolzen auf dem Bauernhof
Auch flache Steigungen können ganz schön fies sein. Diese Radfahrerweisheit bestätigte sich an der zweiten Runde des EKZ Cup 2018 in Wetzikon. Die Rennstrecke wies nur wenige Höhenmeter auf. Dafür wurde sie im Höchsttempo gefahren und entsprechend hoch ging der Puls. Thomas Pettermand, Vize-Präsident des OK in Wetzikon betonte: «Wir denken bei der Streckenführung auch an die Zuschauer. Mit dieser kurzen und schnellen Runde sehen sie die Fahrer öfter. Und wem es zu wenig anstrengend ist, der kann ja schneller fahren!»

Wer rollt, wer springt?
Start und Ziel des EKZ Cup Rennens in Wetzikon befanden sich auf einem Bauernhof – eine Herausforderung für den Landwirten Alex Scheiwiller, der das Land zur Verfügung stellte: «Egal wie das Wetter ist, ich muss die Wiesen gemäht haben, über die die Strecke führt. Zudem bin ich an den drei Tagen des Aufbaus und des Rennens völlig blockiert. Da kann ich keine Maschine bewegen. Aber für den Sport mache ich das gern.»

Im Start-Ziel-Gelände baute der veranstaltende RV Wetzikon mehrere Rampen, Steilkurven und eine Doppelwelle auf. Besonders diese sorgte für Spektakel, denn die schnelleren Fahrer übersprangen sie. Ob der Biker, der gerade mit Tempo aus der Steilkurve schoss, das nächste Hindernis überrollen oder überfliegen würde, war ein beliebtes Ratespiel unter den Zuschauern.
Die Jugend für den Mountainbike-Sport zu begeistern und dem Renn-Nachwuchs Startgelegenheiten zu bieten, sind die Hauptzwecke des EKZ Cup. Mit über 300 Teilnehmenden unter 19 Jahren (von insgesamt 382 Startenden) erfüllte das Rennen in Wetzikon dieses Ziel voll und ganz. Keine vier Jahre alt waren die Jüngsten, die sich in der Kategorie «Pfüderi» auf die Strecke wagten. Und schon Siebenjährige gingen mit viel Tempo und beachtlicher Bike-Beherrschung ans Werk.

Zahners Flucht nach vorn
Die Elite-Herren und -Damen starteten gleichzeitig mit den Masters, den U19 Junioren und der Kategorie «For All». Entsprechend eng wurde es auf den engen Singletrails im Wald. Zuerst bestimmte Marathonprofi Konny Looser das Tempo, bis er mit einem Platten aus der Entscheidung fiel. Dann ergriff EKZ Cup Gesamtlieder Simon Zahner die Flucht nach vorn: «Es wurde mit ausgefahrenen Ellbogen gefahren, besonders in den langsameren Kategorien. Ich wollte keinen Zusammenstoss riskieren, also griff ich an. Ich musste dann ziemlich leiden, aber schliesslich ging es auf.» Das ist leicht untertrieben für den Vorsprung von 1 Minute 46 Sekunden den Zahner bis ins Ziel herausfuhr. Zweiter wurde Sven Olivetti, der sich auf den letzten Metern gegen Marcel Wildhaber durchsetzen konnte.

Für die Zuschauer war das Frauenrennen eine klare Sache: Michelle Schätti fuhr über die ganze Distanz vorne weg. Sie selber erlebte es ein wenig anders: «Ab Rennhälfte liess ich etwas nach. Die Hitze machte mir zu schaffen und wenn man weiss, dass hinten jemand drückt, wird es richtig hart. Da half nur positives Denken.» 17 Sekunden vor ihrer Verfolgerin erreichte sie das Ziel und erkämpfte sich damit auch das blaue Trikot der Gesamtleaderin.
Und während sich der Bauernhof langsam von Mountainbikern leerte, zog Thomas Pettermand Bilanz: «Ich habe viele fröhliche Kinder und Eltern gesehen, die ihren Spass hatten und in guter Stimmung nach hause gingen. So hält die Freude am Bike-Sport doch am längsten.»

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